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Energieausfall

Richtig vorsorgen und handeln bei Energieausfall

 

Heizungsausfall:

Bei einer Gasmangellage kann es zum Ausfall der Gasversorgung und damit der Heizung kommen. Wer nicht eine Ölheizung, einen Kamin oder Ofen mit ausreichend Brennstoff hat, sollte den Aufenthalt in der Wohnung möglichst auf einen Raum beschränken, Fenster sowie Türen abdichten und geschlossen halten. Auch Vorhänge helfen, die Wärme im Raum zu halten. Achten Sie dennoch darauf, gelegentlich kurz zu lüften, um den Sauerstoffgehalt zu erneuern.

 

Heizalternativen

Schalten Sie elektrische Direktheizgeräte, wie Heizlüfter, Öl-Radiatoren oder Infrarotstrahler, nicht sofort nach dem Ausfall der Heizung ein, weil sonst die Gefahr besteht, dass Sie und viele andere, die zur gleichen Zeit genauso handeln, damit eine Überlastung des Netzes und zusätzlich einen Stromausfall herbeiführen. Aus diesem Grund sollten die Heizgeräte auch maßvoll, nicht ständig und nicht auf höchster Stufe betrieben werden, zumal das eine teure Heizvariante ist. Nutzen Sie alternativ auf keinen Fall Gas- oder Petroleum-Heizquellen, die nicht für den Innenraum zugelassen sind und über keine Sauerstoffmangel- und Zündsicherung verfügen. Sie produzieren das unsichtbare und geruchslose Kohlenmonoxid, das die Atemluft verdrängt und somit tödlich sein kann. Deshalb sollte auch bei zugelassenen Geräten ein CO-Warnmelder nicht fehlen! Auch vor den zur Zeit in den Sozialen Medien empfohlenen Teelichtöfen muss gewarnt werden. Aufgrund des fehlenden Abstands der Teelichter zueinander können sich diese schnell entzünden und einen gefährlichen Wachsbrand auslösen, der zu einer Verpuffung und einem Wohnungsbrand führen kann.

 

Stehen Heizalternativen nicht zur Verfügung, kann mit warmer Kleidung in mehreren Schichten und Winterschuhen sowie Wolldecken, Wärmflaschen und ggf. auch Rettungsdecken sowie unter Vermeidung von Zugluft die ausgefallene Heizung eine Zeit lang kompensiert werden. Auch wenn man etwas Heißes trinkt oder Scharfes isst, senden die Thermorezeptoren im Körper Nervenimpulse an das Gehirn, die das Gefühl erzeugen, der Körper sei warm.

 

 

 

Stromausfall:

 

 

Bei einem möglichen Stromausfall funktionieren Gas- und Ölheizungen ebenfalls nicht mehr, weil Pumpen und Steuergeräte netzabhängig sind. Selbst Photovoltaik-Anlagen sind auf eine funktionierende Netzanbindung angewiesen.

 

Notausrüstung

Für einen Stromausfall sollte man im Rahmen der Eigenvorsorge eine Notausrüstung im Hause haben. Dazu gehören vor allem solar-, kurbel- oder batteriebetriebene Taschenlampen, die durch einen festgelegten Lagerplatz im Ernstfall griffbereit sind. Licht spenden ebenso Camping- oder Outdoorleuchten sowie Kerzen und Teelichter. Da offenes Feuer Brände verursachen kann, sollten Feuerlöscher oder Löschdecken bereitgehalten und Kerzen für längeren Gebrauch möglichst in einem Windlicht, einem feuerfesten Gefäß oder in einer Laterne genutzt werden. Nicht zu vergessen sind Streichhölzer und Feuerzeuge sowie Ersatzbatterien und Brennstoffe für die Lampen. Hilfreich können auch solarbetriebene Ladegeräte und aufgeladene Powerbanks sein. Wichtig ist zudem ein Radio, das mit Batteriestrom oder Dynamo funktioniert, damit man die Informationen der Behörden nicht verpasst und sich über die Lage auf dem Laufenden halten kann. Alternativ lässt sich auch das Autoradio dazu nutzen. Für lebenswichtige Medizingeräte im Bereich der häuslichen Pflege sollte eine Notstromversorgung, z. B. durch eine Powerstation, welche auch per Solar aufgeladen werden kann, vorhanden sein. Eine Alternative ist eine Solarinsellösung, wie sie auch auf Campingwagen oder im Schrebergarten zum Einsatz kommt.

 

Kleinere Mahlzeiten lassen sich mit entsprechendem Brennmaterial auf einem Camping- oder Fonduekocher zubereiten. Nutzen Sie einen Grill allerdings ausschließlich im Garten oder auf dem Balkon und niemals in der Wohnung, da hier Erstickungsgefahr besteht. Verbrauchen Sie zunächst die Lebensmittel aus dem Kühlschrank und dann aus den Tiefkühlgeräten, da diese die Temperatur je nach Isolierung eine gewisse Zeit halten. Bei Außentemperaturen unter 8°C können Sie Lebensmittel aus dem Kühlschrank in einem Behälter auch auf dem Balkon lagern. Ansonsten greifen Sie auf ihren Notvorrat aus länger haltbaren und ohne Garen zu verzehrenden Lebensmitteln (siehe Folge 1 unserer Informationsreihe) zurück.

 

Blackout

Kurze Stromausfälle können immer wieder auftreten. Sie sind regional begrenzt und halten nur wenige Minuten oder Stunden an. Manchmal sind sie auch auf regionale Lastabwürfe der Verteilungsnetzbetreiber zurückzuführen, um die Netzstabilität wieder herzustellen und einen totalen Zusammenbruch zu verhindern. Sollte es aber zu einem wenig wahrscheinlichen großflächigen Strom-, Infrastruktur- und Versorgungsausfall, einem  sogenannten Blackout, kommen, kann es mehrere Tage dauern, bis eine stabile Stromversorgung wieder hergestellt ist. In einem solchen Fall müssen Sie ohne jegliche Vorwarnung damit rechnen, dass innerhalb weniger Minuten oder Stunden nach dem plötzlichen Ausfall nichts mehr geht, was Netzstrom benötigt. Die Kommunikation über Mobiltelefone und Internet bricht nach etwa 20 Minuten ab, da die Basisstationen nur für einen solchen Zeitraum akkugepuffert sind. Für einige Stunden kann die Wasserver- und Abwasserentsorgung durch Notstromaggregate noch aufrechterhalten werden, auch die Krankenhäuser verfügen für mindestens 24 Stunden über Notstrom. Fehlt der Strom, fallen neben der Beleuchtung u. a. die Aufzüge, Kassen-, Tür- und Kühlsysteme der Einkaufsmärkte und Apotheken, die Zapfsäulen der Tankstellen, Ampeln, Geldautomaten und Bezahlsysteme, Alarmanlagen und elektrisch betriebene Züge aus.

 

Zusätzliche Notausrüstung

Für einen solchen Fall ist es von Vorteil, wenn man außer einem Notvorrat für 10 Tage (siehe Folge 1 unserer Informationsreihe) und einer Bargeldreserve in kleinen Scheinen noch weitere Ausrüstungen im Haus hat: Ein DIN-Verbandskasten und Medikamente, wie Breitband-Antibiotika, Mittel gegen Schmerzen und zur Wunddesinfektion, gehören ebenso dazu wie ein Feuerlöscher oder Löschdecke, eine Campingtoilette bzw. ein stabiler Mörteleimer mit Müllbeuteln und Toilettenpapier, Wassereimer oder -kanister, Haushaltspapier- und Feuchttücher sowie ausreichend Hygieneartikel, Haut- und Flächendesinfektionsmittel, Schmierseife, Müllbeutel, Klebebänder, Kabelbinder, Haushalts- und Arbeitshandschuhe sowie Einweggeschirr und -besteck. Mit einem Reinwasserfilter (≤0,1 Micron) oder Entkeimungstabletten kann man auch verunreinigtes Wasser zu Trinkzwecken aufbereiten. Schon im Vorfeld sollte dafür gesorgt werden, dass der Füllstand des Kraftstofftanks im Fahrzeug nie unter die Hälfte sinkt, so dass auch während der Notsituation wichtige Fahrten möglich sind. Ebenso sollten Akkus von Lampen, Laptops, Mobiltelefonen und Powerbanks nach Möglichkeit immer geladen sein.

 

Gemeinsam planen

Kurzum: Planen Sie wie für einen zweiwöchigen Campingurlaub im Outback. Überlegen Sie gemeinsam mit Familie und Freunden, welche Probleme entstehen und welche Lösungsmöglichkeiten vorbereitet werden können. So lässt sich z. B. ein Treffpunkt vereinbaren, wenn Familienmitglieder nicht im Haus sind und kein Verkehrsmittel mehr funktioniert. Sie können sich auch mit ihren Nachbarn absprechen und bestimmte Ressourcen gemeinsam nutzen.

 

Erstmaßnahmen

Um zu erkennen, ob es sich bei dem Stromausfall um eine hausinterne, lokale oder großflächige Situation handelt, sollten Sie zunächst die Sicherungen und den FI-Schutzschalter in Ihrem Sicherungskasten überprüfen. Wenn hier alles in Ordnung ist, checken Sie, ob beim Nachbarn und im Straßenzug Strom vorhanden ist. Achten Sie darauf, ob auf Ihrem Mobiltelefon eine Push-Notfallwarnung über Cell Broadcast oder über die Notfall-App eingegangen ist. Schalten Sie das Radio ein: Wenn keine Warnmeldung kommt und alle gewohnten Sender zu empfangen sind, handelt es sich offensichtlich nur um eine regional begrenzte Störung. Informieren Sie sich auf der Website von Westnetz unter www.stromausfall.de, ob dort bereits eine Störung vorliegt. Alternativ rufen Sie die Störungsstelle Strom unter (0800) 4 11 22 44 und melden den Vorfall. Auf keinen Fall sollten zur Einholung von Informationen Notrufnummern angewählt werden. Die Leitungen müssen frei für Menschen bleiben, die tatsächlich in akuter Not sind! Bei Ausfall des Mobilfunknetzes kommen Sie zu den Leuchttürmen oder mobilen Anlaufstellen der Feuerwehr. Hier erhalten Sie Unterstützung, und Ihr Notruf wird weitergeleitet.

 

Weitere Handlungsempfehlungen

Sollte es sich tatsächlich um einen Blackout handeln, so verlassen Sie das Haus möglichst nicht, warnen Ihre unmittelbare Umgebung, kümmern sich um hilfebedürftige Menschen im Haus und kontrollieren, ob jemand im Aufzug – falls vorhanden – festsitzt. Führen Sie nur unbedingt notwendige Telefonate, schonen Sie den Akku Ihres Mobiltelefons und achten Sie auf Informationen im Radio oder auf Lautsprecherdurchsagen auf der Straße. Gibt es kein Mobilfunknetz mehr, schalten Sie Ihr Handy in den Flugmodus und testen Sie ab und an manuell, ob es wieder Netz gibt. Trennen Sie alle elektrischen Geräte vom Netz oder schalten Sie die Sicherungen aus, damit beim Wiederaufbau des Stromnetzes keine Überlastungen eintreten. Sammeln Sie Wasser für Hygienezwecke in Behältern oder in der mit einer dichten Folie ausgelegten Badewanne solange die Wasserversorgung noch besteht, und nutzen Sie das gebrauchte Wasser oder aufgefangenes Regenwasser für die Toilettenspülung. Wenn Sie einen Campingkocher einsetzen, sorgen Sie für entsprechende Lüftung, halten einen Feuerlöscher oder eine Löschdecke bereit und lassen offenes Feuer niemals unbeobachtet. Vermeiden Sie bewusst jede unnötige Verletzung, da die Krankenhäuser in dieser Situation im Ausnahmezustand arbeiten. Wenn der Strom wieder da ist, schließen Sie Ihre elektrischen Geräte nicht alle auf einmal, sondern eins nach dem anderen, an, da sonst eine erneute Überlastung des gerade wieder aufgebauten Netzes droht.

 

Wichtig ist, dass wir eine solche Krisensituation nur gemeinsam bewältigen können, und dass es auf jeden von uns ankommt, die Folgen eines Blackouts zu meistern.

 

Weitere Informationen finden Sie unter:

 

https://www.bbk.bund.de/DE/Warnung-Vorsorge/Tipps-Notsituationen/Stromausfall/stromausfall_node.html

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